Hey,

weil ich irgendwie die Einzige in meinem Umfeld mit dem Problem Bromhidrose bin und sonst auch nirgends wirklich Einblick habe wie es bei anderen Betroffenen läuft, frage ich mal hier guter Hoffnung nach.

 

Ich kann zu meiner Situation d. h. gesellschaftlichen Status sagen:

 

- Realschule abgebrochen. Seitdem nix nachgeholt, keine Ausbildung usw.

- Ich habe null Freundschaften, keine Vertrauten. Eigentlich nur Verwandte ersten Grades und gesetzliche Betreuer die mich kontrollieren und nicht an meinem Wohl interessiert sind. Die sind ab und an hilfreich, meistens aber wollen die mich mitsamt meinen Problemen in die "Wildnis" des Arbeitslebens drängen.

 

- Seit bald 2 Jahren stecke ich in Hartz4. Und da ich auch Maßnahmen nicht machen will, ist eben die Frage wie ich verhinderer Vergewaltigt zu werden/ in Prostitution und Obdachlosigkeit abzurutschen. Arbeiten kann ich jedenfalls auch keine 2 Stunden.

 

- Bin psychiatrisiert, aufgrund meines Schulabbruchs. Angeblich hätte ich Zwangsstörung. In meiner Person soll ich angeblich auch gestört sein. Ich denke die behaupten das auch weil ich optisch nicht wie ein Mädchen rumlaufe, anatomisch aber eines bin. Misogynistisch sind die Diagnosen auch. Leider zappelt dadurch dieses Damoklesschwert der Klapseneinweisung ständig über mir :(.

 

Ich bin sehr arm dran und Ja ich weiß viele in "Dritte Welt Ländern" ... und so weiter. Aber ihr wisst nicht wie das ist mein Leben zu schleppen. Ich wäre lieber nicht geboren als dazu gezwungen zu sein entweder irgendwelche Maßnahmen,Arbeiten machen zu müssen oder mich umzubringen. Leben ist auch in DE für einen großen Teil Menschen (hauptsächlich Mädchen mMn.) übelst schrecklich - vergleichbar mit dem Leben das ein Schlachtschwein leben muss.

 

Ich muss noch zu meiner augenblicklichen Situation sagen: Im Moment habe ich fast die "beste" Zeit meines Lebens wohl erreicht. Ich habe meine eigenen 30quatratmeter und paar Möbel und Klamotten. Ich kann mich beschäftigen bzw. (unt)erhalten online, durch Filme, Spiele und mit Büchern...kann mir sogar solchen Geigel gönnen wie Parfum obwohl das total sinnfrei ist wenn man unter Bromhidrose leidet.

Und ich kann mir Essen, Trinken, Snacks kaufen.

Aber ich lebe trotzdem auf untersten Raum bemessen an dem was die aus der Mittelschicht und Elite in dem Industrieland DE haben. Ich bin vom Amt abhängig und wenn die mir die Leistung streichen klopft es bald an meiner Tür und ich kann ausziehen. Meine Sachen werden mir entweder hinterher geworfen oder gepfändet oder gespendet... und das alles zu meinen Lebzeiten :(

 

Ich wünschte ich könnte friedlich einschlafen und müsste nie mehr aufwachen. Leben ist Horror.

 

Geht es eine/r ähnlich die auch Bromhidrose (und noch andere Probleme) hat. Ich bin hauptsächlich eben auch dadurch unten weil ich schnell mit schwitzen und müffeln anfange. Ich mache meistens den Mund auch nicht auf, wegen Mundgeruch -  Normale werten mich dann ab und grenzen mich als schüchtern, introvertiert, böse/gemein aus.

 

Ich komme soweit im Leben nur "klar" solang ich wie jetzt, nirgendwo ausser zum Amt oder zu Ärzten muss für maximal 3 Stunden. Und dann wieder in meine Wohnung spazieren kann.... aber dieser Frieden, das soll mir offenbar weggenommen werden.

...

Jedenfalls würde ich auch gern mal wissen: Weiß jemand wie viel Prozent der Obdachlosen an Bromhidrose leiden oder litten?

 

Da ich selber von Obdachlosigkeit bedroht bin, würde mich das mal interessieren. Vielleicht besteht ja auch ein Zusammenhang von Bromhidrose und Obdachlosigkeit.

Ich kenne es selber so: Wer/Welche stinkt und/oder je nach Ausgangslage die zeitintensiven Maßnahmen dabei ergreift ihr Stinken zu verbergen (Klappe halten, 1m Abstand halten, auf den Wind achten, öfters die schwitzigen Stellen Waschen, und Wäsche waschen etc.) die wird ausgegrenzt. Auch beruflich durch Diagnosen wie Waschzwang, Paranoia usw. usf.

 

Falls jemand hier auch so schlecht dasteht oder besser gesagt liegt, einfach anschreiben.

 

Grüße

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  • AW: Wie sind Bromhidrose -Betroffene durchschnittlich in der Gesellschaft aufgestellt - bin ich eine Ausnahme oder die Regel?

    von » 4 Monate her


    Hey! Oh mann, das hört sich sehr beschwerlich an bei dir! 

    Ich kann das Thema mit der Bromhidrose sehr gut verstehen - ging mir auch so, dass ich mir kaum vorstellen konnte irgendwas zu "tun". Ich meine, ich hatte einen Job und alles - bei mir gibt/ gab es auch keinen Zusammenhang mit Obdachlosigkeit, habe Abitur gemacht, studiert usw. - aber vielleicht auch nur, weil die Hyperhidrose erst mit ca. 25 Jahren angefangen hat?! Vielleicht wäre ich nicht so weit gekommen, wenn das schon früher begonnen hätte... ich weiß es nicht, ich könnte es mir vorstellen. Jedenfalls bin ich seit dem Auftreten der Hyperhidrose/Bromhidrose mehr oder weniger stagniert ... habe mir nichts mehr zugetraut, Angst davor bekommen neue Menschen kennenzulernen, habe keine Fortbildungen mehr gemacht, hab mich nicht getraut mir einen neuen Job zu suchen (was nötig war!) und war einfach nur erleichtert, wenn ich alleine zuhause bleiben konnte.  

    Ich denke unsere Belastungen durch die Bromhidrose sind doch sehr ählich. Und ich habe ewig gebraucht bis ich mich getraut habe mich wirklich damit auseinander zu setzen. Weil es eben so furchtbar unangenehm ist und man nicht möchte, dass irgendjemand es mitkriegt. So zumindest bei mir. 

    Deine Idee finde ich interessant, dass du gerne wissen möchtest, ob Bromhidrose bei Obdachlosen vermehrt auftritt?! Könnte ich mir ehrlich gesagt gut vorstellen. 

    Ich würde dir empfehlen das Thema Hyperhidrose/ Bromhidrose mal abchecken zu lassen bei einem darauf spezialisierten Arzt. 
    Das habe ich jedenfalls kürzlich gemacht und das hat mir sehr weiter geholfen. Ich hatte das Thema zuvor schon mal bei meinem Hausarzt angesprochen, bei meiner Gynäkologin und bei einer Dermatologin. Das hat irgendwie nichts gebracht. Da hat kaum einer wirklich ne Ahnung davon. 

    Ich könnte mir nämlich sehr gut vorstellen, dass du neuen Lebensmut schöpfst, wenn du weniger schwitzt/ müffelst!!! Man entwickelt ungeahnte Kräfte und Motivation, wenn man weniger Frustration mit sich rumträgt. So jedenfalls meine eigene, persönliche Erfahrung :) 
    Da kann ich dir wirklich nur Mut machen!! 

    Liebe Grüße!   


  • AW: Wie sind Bromhidrose -Betroffene durchschnittlich in der Gesellschaft aufgestellt - bin ich eine Ausnahme oder die Regel?

    von » 3 Wochen her


    Oja, ich hock 24/7 eigentlich nur zu Hause rum.

    Traue mich nicht mal die Zeitung zu holen, derzeit habe ich auch leider schneller fettende und riechende Kopfhaut. Jeden Tag kann ich mrinen Schädel waschen und trotzdem riecht es muffig nachdem Waschen.

    Es ist totaler Mist.

    Welche Fachärzte für Bromhidrose gibt es denn? Ich habe ja auch so meine Erfahrungen mit normalen Ärzten gemacht und Psychiaterdeppen, die behaupten einfach sie riechen nichts und dann stigmatisieren sie dir eine Geisteskrankeit an. Die haben mir mein komplettes Leben ruiniert.

    Was ich jetzt machen kann, ist eigentlich nur, vor mich dahinvegetieren bis zum Exitus. Ich hätte gerne paar Ideen für Comics usw. gezeichnet. Jedoch fällt mir das Lernen sehr schwer. Ich kann den Stift nichtwirklich halten, aus lauter Wut und Verdrießlichkeit, durch die Gedanken, "wozu eigentlich, wird doch eh nicht so wie in deiner Vorstellung". Nicht zeichnen zu können, macht mich seelisch auch total fertig,

    Hätte ich mal eine Freundin gehabt, die das was ich mir so denke zu Blatt gebracht hätte, das wäre echt schön gewesen.
    Ich glaube jedenfalls nicht jemals zeichnen zu lernen. Habe aufgegeben. Und eine Freundin, die mein Müffeln toleriert, fällt auch nicht einfach so vom Himmel.

    Partnerschaft ist auch so ein Thema - bzw. eben aufgrund der Problematik überhaupt keines.


  • AW: Wie sind Bromhidrose -Betroffene durchschnittlich in der Gesellschaft aufgestellt - bin ich eine Ausnahme oder die Regel?

    von » 3 Wochen her


    Die Suche nach "Facharzt Bromhidrose" bringt leider wirklich kaum sinnvolle Ergebnisse auf den Schirm.

    Ich würde mich an die Hyperhidrose-Sprechstunde einer Uni-Klinik wenden und auf deren Expertise und Netzwerk vertrauen.
    Wenn jemand Ärzte kennt, die sich mit der Bromhidrosis auskennen, dann wohl die Ärzte an den Universitäten, die ihr Leben den Studien gewidmet haben und nicht vornehmlich dem Geld. 

    Viel Erfolg. Er liegt in Deiner Hand!


    Sascha Ballweg | Initiator HyperhidroseHilfe.de und des Webshops Schwitzen.com
    Palmare Hyperhidrose zu ca. 95 % gelindert: "Bei mir wirken Antitranspirante & Iontophorese gleichermaßen gut, wobei die Iontophorese etwas schneller gegen meine Schweißhände wirkt. Wer Fragen hat… ich helfe gern :)"

  • AW: Wie sind Bromhidrose -Betroffene durchschnittlich in der Gesellschaft aufgestellt - bin ich eine Ausnahme oder die Regel?

    von » 3 Wochen her


    Hallo! Schön, dass du dich nochmal meldest :) 

    Ich finde das eine gute Idee, was Sascha geschrieben hat… sich an eine Hyperhidrose-Sprechstunde einer Uniklinik zu wenden. Ich war auch etwas ratlos, an wen ich mich wenden soll als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte das zu tun - nachdem ich beim Hausarzt, Dermatologen und Frauenarzt nicht weitergekommen war.

    Ich hab‘ mich dann schließlich ans Deutsche Hyperhidrosezentrum DHHZ in München gewendet – aber ich wohne auch direkt bei München. Ich habe dort sehr gute Erfahrungen gemacht. Habe aber auch gelesen, dass es einigen anderen nicht so gegangen ist. Alternativ hätte ich selbst auch bei einer Uni-Klinik angerufen.

    Liebe Grüße!!


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