Hallo!

Bitte entschuldigt den langen Beitrag - ich habe mich früher aus Scham nie getraut, über das Thema zu sprechen und jetzt bin ich einfach guten Mutes und es sprudelt nur so aus mir heraus :lol:

Ich gehöre seit vorgestern auch zu denjenigen, die die OP hinter sich haben.
War eine eher spontane Idee, da mir vorher ehrlich gesagt gar nicht klar war, dass man etwas dagegen tun kann, außer Antitranspirante zu verwenden in der Hoffnung, dass sie etwas nützen. Jedoch hatte ich damit keinen wirklichen Erfolg, aber der Leidensdruck wurde immer größer.

Mitte April habe ich dann auf einer Seite Angebote eingeholt und bin auf diese Weise auf einen Arzt in Karlsruhe gestoßen, der mich noch in der gleichen Woche am Samstag zu einem Beratungsgespräch eingeladen hat. Das Gespräch war sehr ausführlich und er hat fairer Weise auch ausführlich auf andere Möglichkeiten hingewiesen.

Montag war es nun soweit. Ich war wahnsinnig nervös, daher gab es zunächst Beruhigungsmittel, dann eine erneute, kürzere Aufklärung und los gings zum Schweisstest. Ich lag da und dachte nur "oh man, schwitze, los.. sonst tust Du es doch auch!" ;)
Die OP war eigentlich absolut in Ordnung. Das Einspritzen der Flüssigkeit war fühlte sich noch etwas ungut an, vom Rest hat man nicht viel gespürt - nur das Geräusch des Absaugens war ekelig :)
Nach der OP war es anders, als ich hier oft gelesen habe. Ich bekam kein Mieder oder Rucksackverband, sondern es wurden kleine Pflaster über die Nähte und Kompressen unter die Arme geklebt.

Gestern war dann erste Nachkontrolle - meine Haut hatte die Pflaster nicht vertragen, daher hat er sich geweigert, noch einmal alles zuzukleben. Gut, rote Stellen hab ich schon mal von Pflastern, aber diesmal haben sich teilweise Blasen gebildet, aber dafür kann der Arzt ja nichts. Jedenfalls haben sie dann gleich mal auf jeder Seite einen Faden gezogen (2 waren links, 3 rechts), weil er meinte, sie hätten sowieso keine Funktion, er wollte nur verhindern, dass nach der OP sämtliche Flüssigkeit rausläuft (die Kompressen waren übrigens fast komplett sauber, da war also gar nichts mehr rausgekommen!).
Jedenfalls hatte ich gestern noch Kompressen locker unter den Armen gepresst getragen und heute ist gar nichts, außer den Minipflastern auf den Nähten.
Kommt mir sehr seltsam vor, wenn man Berichte liest, in denen es heißt, andere haben eine Woche lang ein Mieder getragen usw...? Was meint ihr? Ist das in Ordnung? :blink:

Ich kann mich gute 48 Stunden nach der OP schon wieder recht frei bewegen, Haare kämmen funktioniert einigermaßen, das Waschen werde ich nachher mal ausprobieren ;)
Blaue Flecken habe ich dank Arnica Globuli fast gar nicht, obwohl ich sonst schon bei kleinen Stößen ständig mit blauen Flecken herumlaufe *toitoitoi*

Leider hatte ich total vergessen, den Arzt zu fragen, wie es mit dem Duschen aussieht? Wie wurdet ihr da aufgeklärt?

Danke, dass es euch gibt! Endlich fühlt man sich nicht mehr alleine!!

Gruß,
endlich_vorbei (hoffentlich..)
Like it auf Facebook, +1 auf Google, Tweet it oder teilen Sie diese Thema auf einer anderen Website.
  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Also...wahrscheinlich sind die Fragen in anderen Themen schon 10 mal beantowrtet worden, tut mir leid wenn ich sie nochmal frage, zahlt die Operation die private Krankenkasse? Und hat die Operation das schwitzen zu 100 Prozent das Schwitzen beseitigt?
    Danke, schonmal im voraus
    lg

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Hey Markman!

    Ob die private Kasse den Eingriff zurückerstattet weiß ich leider nicht. Bei den gesetzlichen steht diese Op noch nicht im Kostenkatalog, allerdings haben hier schon viele die Kostnübernahme durchgesetzt bekommen.

    Eine 100%ige Beseitigung ist eigentlich kaum möglich, da bei der Op immer Drüsen übrig bleiben, die sich regenerieren können. Viele Ärzte entfernen aber auch von sich aus nicht zu viel, da das Schwitzen ledeglich auf ein Normalmaß gebracht werden soll.
    Ich schwitze nach meiner Op ca. 70-80% weniger als davor und bin super happy damit! :)
    Wenn du dich für diesen Schritt entscheiden solltest rede vorher auf jeden Fall mit deiner Krankenkasse, bei einer privaten stehen die Chancen vielleicht garnicht mal so schlecht, dass du die Op erstattet bekommst.

    Viele Grüße
    Steffi

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Hey,

    ich wollte mal fragen, wie stark man ungefähr schwitzen sollte, dass es sinnvoll ist so einen eingriff machen zu lassen. Und außerdem würde ich noch gerne wissen, ob es irgendwelche anderen gesundheitlichen risiken hat, weil man ja eine funktion von seinem körper einfach unterdrückt... manche bekommen ja schließlich auch asthma, wenn sie heuschnupfen mit tabletten unterdrücken. Kann es da nicht bei so einer absaugung sein, dass man plötzlich woanders schwitzt, oder sonst irgendwie krank wird??

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Vielen dank für die Antwort Steffi85!
    @:*runaway*
    Ich kann dir zwar da keine richtige Antwort drauf geben, aber du hast schon recht mit den Risiken, ich habe hier schon oft gehört das die Gefahr das du an anderen Stellen anfängst zu Schwitzen besteht, aber ich denke, dass das nicht ganz so schlimm ist, weil es ja an vielen körperstellen nicht stört. außerdem verteillt es sich glaub ich. Ihc glaube das Risiko mit dem asthma ist weniger hoch, aber das weiß ich nicht genau.

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Hi,
    sehr interessant dein Bericht. ich bin auf dieser Seite neu und ganz glücklich, dass ich sie gefunden habe.
    Ich leide auch unter Hyperhidrose. Schon alles ausprobiert, keine Besserung. Botox ist mir zu teuer.
    OP ist nun glaube ich die letze Lösung. Bis jetzt habe ich mich aber nicht wirklich dazu getraut. Ich habe gehört, nach der OP können sich erneut Schweisdrüsen bilden und der Schweis hört zwar unter der Achseln auf, tritt aber an andere Körperstellen verstärkt auf... Wer kann was dazu sagen? Davor habe ich am meisten Angst. Es ist eine unangenehme Frage aber ich wage mich trotzdem...Wie teuer ist die OP so etwa? ichhabe überhauupt keine Vorstellung. Und wenn es kein GEheimnis ist, darf ich erfahren welcher Arzt das in Karlsruhe war? Karlsruhe würde mir nämlich nah liegen.

    Danke im Vorraus, bin gespannt auf die Antworten..
    LG

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Hey, erstmal willkommen ;)

    Die Schweissdrüsen können sich nach der OP nicht wieder neu bilden. Was weg ist, ist weg. Jedoch kann und wird sich nach einigen Monaten nach der OP wieder eine Schweissproduktion einstellen, die allerdings stark vermindert und somit wieder "normal" ist (natürlich kommt es auch auf die "Gründlichkeit" des Operateurs an). Da es so gut wie unmöglich ist, alle Drüsen zu entfernen, werden enige nur verletzt und regenerieren sich nach einiger Zeit wieder. Aber noch ein mal: wenns gut gemacht wird, ist es ein Schwitzen eines "gesunden" Menschen zb. nur bei Sport, Sauna oder 50°C im Schatten und 99,9% Luchftfeuchtigkeit B). Viele kriegen, wenns dann wieder anfängt, einen Schreck und denken, die OP ist fehlgeschlagen, sind sich aber nicht bewusst, dass "normales" Schwitzen ja das eigentliche Ziel der OP ist. Natürlich gibt es Fälle, wo eine zweite OP notwendig ist, weil nicht genügend Drüsen entfernt wurden. Das ist allerdings eher die Ausnahme.

    Von einem kompensatorischen Schwitzen, also das vermehrtes Schwitzen an anderen Körperstellen, ist mir nach einer Schweißdrüsenabsaugung nicht bekannt. Das kann meines Wissens nach bei OPs wie dem "Nerv-clipping" oder wie sich das nennt vorkommen, bei einer Drüsenabsaugung passiert dies also nicht.

    Die Kosten schwanken schon sehr, zwischen 1500 € und 2500 € würd ich aber mal sagen. Die Krankenkassen sträuben sich bei der Kostenübernahme in der Regel sehr, weil diese OP als kosmetische OP und nicht als unbedingt notwendig gilt. Fragen schadet allerdings nicht, manchmal wirds doch übernommen. Allerdings würde ich die Hoffnung auf eine qualitativ gute, gründliche OP nicht an den Preis sondern an den persöhnlichen Eindruck, möglichen Publikationen, Empfehlungen usw. knüpfen. Such dir einfach mal einen Arzt, der eine solche OP anbietet, vereinbare einen Beratungstermin und lass es dir ausführlich erklären und stelle Fragen.

    Trau dich, du bist nicht die einzige Person mit einem solche Problem! Solche Ärze sehen solche Patieten wöchentlich, wenn nicht sogar täglich.

    Ich hoffe ich konnte dir helfen, jetzt ist aber auch Schluss mit dem Roman hier B) Liebe Grüße

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    @Markman
    Ich bin gesetzlich versichert - aber ich habe es auch gar nicht erst versucht, die OP über die Krankenkasse erstattet zu bekommen. Dafür hätte ich vermutlich einen längeren Leidensweg dokumentiert haben müssen, was ich jedoch nicht vorweisen hätte können. Habe stets still gelitten.

    Das Schwitzen ist nicht zu 100% beseitigt, aber ich bin sehr zufrieden! Saß vor einer Weile mehrere Stunden in der prallen Sonne und das Oberteil war wirklich nur ganz minimal nass - da sah es bei vielen drum herum schlimmer aus ;)
    Leider dauert es wohl noch einige Wochen, bis man wirklich weiß, wie sehr es wieder zurückkommt.

    @*runaway*
    Wieviel man schwitzen sollte - wenn Du Dich stark eingeschränkt und unsicher fühlst und auf der Toilette stets prüfend in den Spiegel siehst und nur mit am Körper angelegten Armen durch die Welt läufst, dann reicht es, denke ich.

    Zu gesundheitlichen Risiken kann ich Dir nichts sagen. Man schwitzt ja nur weniger -> wenn es heiß genug ist, schwitzt man eben woanders
    Bekommt man nicht auch evtl. Asthma, wenn man Heuschnupfen nicht mit Tabletten unterdrückt, sondern sich dessen aussetzt?

    @lusja
    Hatte zuvor auch Sorgen vor der OP, die jedoch wirklich unbegründet waren in meinem Fall!
    Die OP war schnell vorüber und die Schmerzen danach waren nicht der Rede wert - klar, es hat gezwickt und nachts schlafen war die ersten 3 Nächte nicht leicht, weil es beim Umdrehen wieder ein wenig gezwickt hat und davon bin ich ständig aufgewacht, aber das war es mir wert.

    Für die OP habe ich ca. 1000€ gezahlt - der Arzt war Dr. Hernandez (ich hoffe, dass man das hier schreiben darf). Wirklich ein sehr netter Mann, der auch ausführlich aufklärt und sich Zeit nimmt.


    viele Grüße,
    endlich_vorbei

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Vielen Dank dass du dir zeit genommen hast und soviel geschrieben hast....es macht mut :-)
    für dich freue ich mich dass es endlich bei dir vorbei ist :-)

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    was denkt ihr eigentlich, dass insgesamt gesehen die beste lösung wäre:

    -antitranspirantien
    -botox
    -absaugung
    -naturheilmittel
    -einfach hoffen dass es irgendwann aufhört

    ich hab nämlich im moment keine ahnung in welche richtung ich mich jetzt weiter bewegen soll... obwohl mir selbst am liebsten die op wäre. da hab ich irgenwie das beste gefühl dass es gut werden könnte. allerdings weiß ich dann mal wieder nicht wo. und viel kosten tut die ja auch, die kasse übernimmt das nicht oder?

  • AW: Erfahrungsbericht Schweissdrüsenabsaugung

    von » 12 Jahre her


    Ganz klar! Man sollte es in folgender Reihenfolge probieren...

    - naturheilmittel
    - antitranspirantien
    - iontophorese
    - botox
    - absaugung

    Sascha Ballweg | Initiator HyperhidroseHilfe.de und des Webshops Schwitzen.com
    Palmare Hyperhidrose zu ca. 95 % gelindert: "Bei mir wirken Antitranspirante & Iontophorese gleichermaßen gut, wobei die Iontophorese etwas schneller gegen meine Schweißhände wirkt. Wer Fragen hat… ich helfe gern :)"

Bitte einloggen, um zu diesem Thema zu antworten.

Neue Themen

Spezielle Oberbekleidung

Ärztliche Abklärung bei HH
Hallo, also ich habe bereits in der Kindheit viel geschwitzt, allerdings nicht so wie seit 1 Jahr...    Ich versuche auch schon seit 1 Jahr eine Ursache zu finden, untersucht wurde durch:    MRT des Abdomen  Kardio-...

Generalisierte HH
Hallo Marc, ich leide seit meiner Kindheit an HH und nehme Sormodren seit ich etwa 12 oder 13 Jahre alt war (bin jetzt 29). Ich musste die Dosis aber mit der Zeit erhöhen, weil sich der Körper dran gewöhnt. Bin dann zwischendurch auf Vagantin...

Nach MiraDry an anderer Stelle mehr schwitzen
Hallo. Ich würde Dich gern bitten, Deine Frage auch in diesen Beitrag zu Miradry einzukopieren…